Holocaust – Literatur – Didaktik

Ausgangspunkt unserer didaktischen Beschäftigung mit dem Holocaust bildet die Literatur. Darunter verstehen wir autobiographisch akzentuierte Texte von Überlebenden des Holocaust, die in den Lagern im heutigen Oberschwaben inhaftiert waren. Die in den Texten niedergelegten Erinnerungen geben Aufschluss über Biographien des Schreibers sowie über seine leidvollen Erlebnisse in Lagern. Dies schließt mit ein, dass subjektiv und perspektivierend die Erfahrungen niedergelegt werden;  sie sind ein Teil der Erinnerungskultur.

Biographie und (Lager-)Ort schaffen Anknüpfungspunkte für heutige Leser. Dabei ist – wie in neueren Studien deutlich wird – dem Leser wichtig, 'authentische' Erfahrungen an 'authentischen' Orten nachzuvollziehen. Dieser Wunsch nach Authentizität wird in unseren didaktischen Überlegungen berücksichtigt: Für die schulische Auseinandersetzung werden Texte ausgewählt, die in der Umgebung des Rezipienten angesiedelt und mit so mit seinen individuellen Vorstellungen verbunden sind. In unserem Fall ist das die Region Oberschwaben. Die Involviertheit mit der Region ermöglicht dem Leser einen Zugang zur Biographie des Überlebenden und der Geschichte des Ortes; idealtypisch werden mitfühlende Reaktionen ausgelöst, die Reflexionen über Werte und Menschenrechte damals und heute nach sich ziehen. Es wird ein Dialog angebahnt zwischen Schreiber und Leser, zwischen Geschichte und Gegenwart sowie zwischen Recht und Unrecht.

Abb.: Dialog zwischen Schreiber und Leser - angebahnt durch Holocaust-Literatur
Dialog zwischen Schreiber und Leser - angebahnt durch Holocaust-Literatur. (c) Ballis